Verschlusszeit und S-Modus

Die Verschlusszeit regelt die Dauer, für die der Kameraverschluss vor dem Bildsensor geöffnet ist. Während der Verschluss geöffnet ist, trifft das Licht, mit dem das Bild aufgenommen wird, auf den Bildsensor.

[1] Der Verschluss ist geöffnet.[2] Der Verschluss ist geschlossen.

Die Bilder oben zeigen das Verschlussteil der E-Mount-Kamera. In Bild [1] ist der Verschluss geöffnet, und es dringt Licht in den Bildsensor. Je länger die Verschlusszeit, desto mehr Licht kann in den Bildsensor dringen. Wird die Verschlusszeit zum Beispiel von 1/60 Sekunde auf 1/30 Sekunde gestellt, verdoppelt sich die Lichtmenge.
Zusammen mit der Blendenöffnung, die den Lichtdurchlass durch das Objektiv steuert, ist die Verschlusszeit ein wichtiger Parameter für die Belichtung.
In den automatischen Aufnahmemodi P-Modus und A-Modus wird die Verschlusszeit von der Kamera automatisch geregelt. Im S-Modus können Sie die Verschlusszeit beliebig einstellen.

Auswirkung der Verschlusszeit auf ein Bild

Sie können den fotografischen Ausdruck eines Fotos durch Ändern der Verschlusszeit selbst steuern. Die folgenden Bilder zeigen, wie unterschiedlich Fotos allein aufgrund von verschiedenen Verschlusszeiten sein können.

[1] 1/1250 Sekunde[2] 1/20 Sekunde[3] 1/4 Sekunde

Diese Wasserfallbilder wurden mit verschiedenen Verschlusszeiten aufgenommen.
Bild [1] wurde mit 1/1250 Sekunde aufgenommen, der kürzesten Verschlusszeit der drei Aufnahmen. Da der Verschluss nur sehr kurz geöffnet wurde, wirkt die Aufnahme so, als würde das Wasser stillstehen.
Bild [2] wurde mit 1/20 Sekunde aufgenommen. Da das Wasser während der Verschlussöffnung floss, wirkt auch die Aufnahme dynamischer.
Bild [3] wurde mit 1/4 Sekunde aufgenommen, der längsten Verschlusszeit der drei Aufnahmen. Durch die lange Öffnungszeit des Verschlusses verwischen die Konturen des fließenden Wassers.
Auf diese Art können Sie bewegte Motive durch Ändern der Verschlusszeit ganz unterschiedlich darstellen. Im S-Modus und im M-Modus können Sie die Verschlusszeiten beliebig einstellen. Aus wie vielen Zeiten Sie wählen können, hängt jedoch vom jeweiligen Modell ab.

Wenn Sie die Geschwindigkeit aus einem bewegten Motiv herausnehmen wollen, wie zum Beispiel bei Sportaufnahmen, empfiehlt sich die kürzeste Verschlusszeit, um Verwackelungen aufgrund von schnell bewegten Motiven zu vermeiden.

Verschlusszeit: 1/4000 Sekunde

Das Bild oben wurde mit 1/4000 Sekunde aufgenommen, als das Motiv gerade versucht hat, den Ball anzunehmen. Wenn Sie aber ein Bild aufnehmen wollen, in dem das Wasser fließt oder Lichtspuren zu sehen sind, dann empfiehlt sich eine kürzere Verschlusszeit.

Verschlusszeit: 5 Sekunden

Die Spuren der Feuerwerkskörper im Bild oben wurden bei einer Verschlusszeit von 5 Sekunden eingefangen. Je länger die Verschlusszeit jedoch ist, umso größer ist die Gefahr, dass das Bild unscharf wird. Bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen, wie zum Beispiel eines Feuerwerks oder bei Nacht, mit automatisch längerer Verschlusszeit, ist die Verwendung eines Stativs zum Ruhighalten der Kamera unabdingbar.
Wenn sich für die Aufnahme jedoch kein Stativ eignet, können Sie die Verschlusszeit auch verkürzen, indem Sie die ISO-Empfindlichkeit erhöhen. Beachten Sie jedoch, dass eine höhere ISO-Empfindlichkeit zu Bildrauschen führen kann. Für gute Nachtaufnahmen mit handgeführter Kamera eignet sich auch der Modus „Handheld Dämmerung“ in der Motivauswahl.

Verschlusszeit: 0,5 Sekunden

Da das Bild oben mit einer langen Verschlusszeit aufgenommen und die Kamera dabei verwackelt wurde, ist es unscharf. Wenn Sie ein bewegtes Motiv aufnehmen wollen, dann beachten Sie abgesehen von der Stabilisierung der Kamera bitte auch, dass das Bild durch die Bewegung des Motivs unscharf werden kann. Wenn sich also entweder das Motiv bewegt oder aber die Kamera verwackelt wird, wird das Bild unscharf und das Ergebnis unklar.